Musik war geschmeidig und nahrhaft wie Butter
Quartett Pindakaas Saxophon Quartett spielten ihr Programm „Voyage” vor ausverkauften Wiehler Sparkassenforum
WIEHL. Mit Kurt Weills berühmter Musik zu Bertolt Brechts „Dreigroschenoper" von 1928 verbindet man den Sound des Saxophons. Dass dieses Instrument aber auch fernab der Moderne, in den Klangwelten des aristokratischen Barocks oder der eleganten Klassik seinen Platz hat, mutet ungewöhnlich an. Mit dem Programm „Voyage" wurden die Zuhörer in der ausverkauften Sparkasse Wiehl auf eine musikalische Zeitreise durch die Jahrhunderte mitgenommen.
Ihr Reiseleiter war das Saxophonquartett „Pindakaas", und es offerierte ihnen das enorme Klangpotenzial des vielseitigen und interessanten Holzblasinstrumentes. Wie es sich für eine Zeitreise gehört, begann sie mit den ältesten Stücken aus dem 15 . Jahrhundert (Chanson d'Azincourt) und endete in den drei Zugaben mit den jüngsten Werken, darunter der lustige „Baby Elefant Walk" von Henry Mancini.
In verschiedenen Blöcken wurde die Virtuosität der vier Vertreter des Instrumentes (vom Sopran-, über das Alt- und Tenorsaxophon hin zum Baritonsaxophon) spaßig und stilgerecht vorgeführt.
Johann Sebastian Bachs Präludium und Fuge III etwa, ein Werk, welches Bach nicht unbedingt für ein bestimmtes Instrument geschrieben hat, wirkte gleichzeitig vertraut und neu. Stilgerecht und sensibel interpretiert wurde Wolfgang Amadeus Mozarts Quartett. Zeitgemäß und geschmeidig in der Spieltechnik präsentiert wurde Johann Strauss' witziges „Perpetuum Mobile". Derb und kräftig erklangen vier Stücke aus der „Dreigroschenmusik für Blasorchester" von Kurt Weill. Hinreißend rasten die Töne im „Play the Klezmer" dahin.
Gut passte der Charakter des 1841 von Adolphe Sax entwickelten und zu den Holzbläsers gerechneten Instrumentes zu den Kinderliedern von Claude Debussy und Peter Tschaikowsky und den spanischen-argentinischen Tänzen.
Highlight war der „Libertango" von Astor Piazzolla.
Humorvoll wie ihr Name („Pindakaas" = Erdnussbutter) war das seit 1990 erfolgreiche Ensemble auch zwischendurch. So erzählten der Duisburger Guido Grospietsch (Altsaxophon) und Matthias Schröder (Baritonsaxophon) Anekdoten und informierten das Publikum über Werke und Bearbeitungen. (km)

Oberbergische Volkszeitung 22.02.05