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Klassisches und Heiters für vier Saxofone

Konzert. Quartett „Pindakaas” begeistert im Audienzsaal des Schlosses

JEVER - Sie spielen durchaus auch Musik, die lange vor der Erfindung des Saxofons geschrieben wurde, und zeigen damit, einmal mehr, wie vielseitig dieses Instrument ist.
Mit Musikstücken von Gabrieli, Bach, Händel, und Telernann griffen die Saxofonisten
des Pindakaas-Quartetts am Mittwoch im Rahmen der Schlosskonzerte tief in die
Musikgeschichte und zeigten im festlichen Audienzsaal des jeverschen Schlosses, dass man auch diese Stücke mit einem modernen Instrument wie dem Saxofon angemessen und überzeugend spielen kann.

Pindakaas entführte mal eben nach Spanien,
Argentinien und sogar China


Was dieses Instrument kann - natürlich so brillant gespielt, wie es die Musiker
von Pindakaas eben tun zeigen sie besonders bei der Musik von Edvard Grieg.
Mit den Klassikern „Anitras Tanz", „Solvejgs Lied" und „Morgenstimmung" aus
„Peer Gynt" zauberten sie Gänsehautstimmung ins jeversche Schloss.
Es reichte, bei der lautmalerischen Musik Griegs dieAugen zu schließen und man meinte, die Musik wandele sich in Bilder um.
IJnterstützt wurde das durch die Ausdrucksstärke der Saxofone.
Pindakaas schöpfte das volle Spektrum, der Instrumente aus. Das Quartett spielte Stücke über eine Schildkröte, einen Esel, eine Karavane (Jaques Ibert), Insekten (Benjamin Britten) und eine launische Perserkatze (M arc Berthomieu).
Dass das Saxofons hier von sanft und getragen bis schrill laut und nervig alles zeigte,
was möglich ist, lag sicher in der Absicht der Musiker.
Es gab im Programm auch einen Abstecher nach Spanien mit Isaak Albeniz „Se-
villa" und einem Ausflug nach Argentinien mit Astor Piazzollas „Cafe 1930" und „Libertango".
Selbst die Frage „Wie würden Chinesen einen Ragtime spielen?" beantworteten sie
in der Zugabe. Aber das war dann nur noch heiter.. .

Mit viel Spaß und vor allem ganz großem Können zeigten die vier Musiker Macin Langer (Sopransaxofon), Guido Grospietsch (Altsaxofon), Anja Heix (Tenorsaxofon) und Matthias Schröder (Baritonsaxofon) ein ganz außergewöhnliches Konzert, das durch das Instrument Saxofon zu einem besonderen Hörgenuss wurde.

Dabei hat sich das Saxofon in der Musikwelt fast nicht durchgesetzt: Von den zahlreichen Erfindungen des Belgiers Adolphe Sax ist nichts geblieben außer dem Saxofon - und das fand erst Verbreitung, nachdem es sich in der Militärmusik in einem Wettbewerb gegen klassische Blechblasinstrumente hatte behaupten können.

  ▪ Atto Ide





rot Nordwest Zeitung, 06.07.2007