Von Elefanten, Panthern und Lady Madonna
„Pindakaas Saxophon Quartett” eröffnete die
diesjährige Konzertreihe „Jazz in der Schmiede”
(mit). Mit einem Konzert
des „Pindakaas Saxophon Quartetts” wurde gestern die diesjährige
Reihe „Jazz in der Schmiede” im Industriemuseum eröffnet.
„Aus finanziellen Gründen mussten
wir die Reihe wieder auf vier Veranstaltungen zurückfahren”, freute
sich Programmplanerin und Musikerin Ulla Becker dennoch über die zum
Auftakt erneut hervorragende Publikumsresonanz. „da haben sie ja wieder
etwas ganz Besonderes und Wunderbares eingeladen”, lobte eine Besucherin
in der Pause begeisterte die diesmal recht ungewöhnliche Wahl Beckers.
Denn das 1999 gegründete und in Münster
beheimatete „Pindakaas Saxophon Quartett” (niederländisch
für Erdnussbutter) spielt nicht nur in außergewöhnlicher Instrumentierung.
„Sie werden heute morgen Stücke hören, die Sie nicht so dirkt
mit Jazz in Verbindung bringen würden, sondern eher mit Gitarren- und
Schlagzeug-Sound, großen Bands”, stellte Matthias Schröder
zu Beginn des Programms die Band vor.
Genre sprengende Kammermusik auf vier Saxophonen
wäre wohl die passende Bezeichnung für das, was die Musiker im Industriemuseum
präsentierten — dem Begriff entsprechend auch in schwarzen Anzügen
mit schmucken Fliegen gekleidet und wie ein Kammerorchester sitzend spielend.
Vier Saxophone, geht das überhaupt
für ein ganzes Konzert?
Eindeutig ja, denn die Instrumente nehmen
auch die üblichen Rhythmus-Aufgaben, sorgte besonders Matthias Schröder
auf dem Baritonsaxophon für den richtigen Groove. Passend zur Frühlingssonne
begann das Quartett sein Konzert mit Bobby McFerrins „Don´t woory,
be happy”,
und nachdem die Stimmung des Vormittags wunderbar eingefangen war, spielten
sich die vier Musiker durch ein abwechslungsreiches swingendes Repertoire
von den Beatles („Lady Madonna”, „When I´m 64”)
bis hin zu bekannten Filmmelodien („Hatari”, „Pink Panther”).
Erfrischend und prickelnd
Die Musiker selber
nennen ihre Programm-Mischung „Brause”.
Ein Begriff, der in Musikerkreisen für kraftvolles Spielen, nicht aber
für lautstarkes Gebläse steht.
Doch beim Zuhörer assoziierte man durchaus auch das beliebte Getränk:
erfrischend, prickelnd und gute Laune machend.
Und was kann man mehr an einem sonnenbeschienen Sonntagvormittag erwarten?

Solinger Morgenpost, 07.04.2003