Ein pfiffiger Saxofon-Vierer



MAF.
Schon der Name lässt auf eine gehörige Portion Humor schließen:
„Pindakaas" nennt sich das münsterscheSaxofonquartett, was auf Niederländisch
schlicht Erdnussbutter heißt. Und so gehen die Herren zwar mit der nötigen
Ernsthaftigkeit (und großem Können), aber nicht mit Bierernst ans Werk und
haben nun schon ihre dritte CD vorgelegt: „Brause" (Fono 2000/Musikwelt Tonträger).

Und die prickelt sehr unterhaltsam. Widmeten sich die Musiker sonst auch „Kam-
mermusik mit Saxofonon", stehen dieses Mal Pop und Jazz auf der Liste. Ohrwürmer
sind es allesamt, die sie da auf rund 46 Minuten angesammelt haben.
Gekonnt verteilen sie ihre Stimmen in den Arrangements:
Marcin Langer (Sopran- & Altsax), Guido Grospietsch (Altsax),Joachim Schoofs
(Tenorsax) und Matthias Schröder (Baritonsax).

Natürlich klingen die bekannten Nummern völlig anders als mit kompletter Band,
was mancher Fan des jeweiligen Originals eventuell einige Gewöhnung abverlangt.
Die pfiffigen Sax-Versionen aber haben ihren eigenen Reiz, seien es die Klassiker
„Lady Madonna" (Beatles) und „Sunny Afternoon" (Kinks), Henry Mancinis put-
ziger „Baby Elephant Walk", ein „Comedian Harmonists" - Medley, Billy Joel, Elton John, Thelonious Monk.

Weitere Beispiele: das Augenzwinkern in „Slightly Blue” von Colin Cowles, der
wunderschöne „Wedding Song" von Kenny G oder „When A Man Loves A Woman", wo man sich aber unter Umständen einmal ein paar emotional aufgekratzte „dreckige" Töne wünschen
würde.




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rot Münstersche Zeitung 08.07.2000