Wilhelmshavener Zeitung 16. Oktober 2006
Mit Professionalität und großem Einsatz
Wilhelmshaven
Ahnensaal Stiftung Burg Kniphausen bot Kindern einen kulturellen Leckerbissen
Wilhelmshaven - Namen sind bekanntlich Schall und Rauch und neigen dazu im Laufe der Geschichte zu verblassen. Doch auch hier bestätigt die Ausnahme,
wie so oft, die Regel.
Wie im Falle des Monsieur Sax. Sein Name wurde
zu Ton und Musik.
Sax sicherte sich mit der Erfindung des Saxophons einen Platz in der Musikgeschichte. Doch die Geburt des Saxophons war keine leichte, und der Belgier Adolphe Sax verbrachte viel Zeit in der väterlichen Musikwerkstatt, um mit Ofenrohren, Trichtern und Mundstücken zu experimentieren und um schlussendlich das Instrument in den Händen zu halten, dass seinen anspruchsvollen Klangvorstellungen entsprach.
Der Schauspieler Martin Heim und die Musiker des Pindakaas Saxophon Quartetts benötigten exakt, eine Stunde um das Leben des Instrumentenbauers und sein tragisches Ende unterhaltsam auf die Bühne zu bringen.
Die Bühne, das war am Freitagnachmittag der Ahnensaal, der aus sich heraus schon die perfekte Kulisse bot. Den Besuchern wurde viel geboten. Und besonders die Kinder kamen voll und ganz auf ihre Kosten.
Sie verfolgten und kommentierten spontan aus der ersten Teppich-Sitzreihe das Geschehen. Martin Heim, in seiner Doppelrolle als Sänger und Erzähler, wusste die Kinder mit seinem wunderbaren Entertainrnent: zu fesseln. Er nahm gleichermaßen das Geschehen im Raum auf, spielte mit Situationen und schaffte es auch das schicksalharte Ende des Titelhelden charmant und kindgerecht zu verpacken.
Kinder gehören ja bekanntlich zu den schärfsten Kritikern, und sie urteilten gerecht mit beherztem Lachen und strahlenden Gesichtern.
Beschwingt singend und mit einem schwarzen Zylinder auf dem Kopf nahm
Heim seine kleinen Gäste mit auf eine große Entdeckungsreise ins 18. Jahrhundert.
Nicht minder wichtig sind bei dieser meisterlichen Performance die Instrumentalisten, die formvollendet einen exzellenten Klangteppich bereiteten. Das Pindakaas (Erdnussbutter)-Quartett mit Marcin Langer, Guido Grospietsch, Anja Heix und Mathias Schröder spielen einfach fabelhaft.
Ob mit Pikkoloflöte, Klarinette, Oboe oder Querflöte, sie beherrschen anscheinend jedes Instrument und ihr Repertoire ist schier unerschöpflich. Von Johann Strauss über Schumann, Bartok und Tschaikowsky bis hin zu Maurice Ravel reicht die Palette ihres musikalischen Könnens.
Dabei werden trockene historische Daten geschickt mit Musikbeispielen und witzigen Einlagen vermischt. Und zum Ende hin, als der Jazz dem Saxophon endlich den ersehnten Durchbruch bringt, wechselt das Quartett die Instrumente, übernimmt mit Sopran-, Alt-, Tenor und Baritonsaxophon die Elemente moderner Musik und dann versteht man auch, warum Stücke von Glenn Miller oder Henry Marcini zu den zeitlosen Evergreens der Musikgeschichte gehören.
Bravo für die Künstler, die an diesem Nachmittag mit vollem Einsatz und großer Professionalität ihr Publikum hervorragend unterhielten.
von Carolin von Nordeck
Wilhelmshavener Zeitung 16. Oktober 2006

Viel Freude hatten die Kinder anden musikalischen Späßen von
„Pindakaas” Foto:Altmann